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HIMMELBLAUE HIMMEL/BRIGHT BLUE SKIES
Malerei
Petra Watzlawik, Christina Nielsen-Marsh
13.06. – 05.07.08
2010
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2009
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Das Projektarchiv wird noch überarbeitet und steht Ihnen demnächst wieder vollständig zur Verfügung!
HIMMELBLAUE HIMMEL/BRIGHT BLUE SKIES
Beteiligte Künstler
Petra Watzlawik
Christina Nielsen-Marsh
Rede von Franziska Eißner
zur Eröffnung der Ausstellung am 13.06.2008
Es ist mir auch deshalb eine Ehre, Sie in das Werk von Petra Watzlawik einzuführen, da ich es schon zu einem früheren Zeitpunkt in einem anderen Kontext kennen lernen durfte und dadurch nicht nur ihre Arbeiten, sondern auch die Person sehr schätzen gelernt habe.
Petra Watzlawik studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Professor Bernhard Heisig. Ihre Zeit des Studiums und danach als Meisterschülerin war geprägt durch die intensive Suche nach eigener künstlerischer Identität, einer Suche, die gekennzeichnet war durch das aufeinanderprallen - künstlerisch, wie auch charakterlich - mit dem bekannten Lehrer in der sogenannten Wendezeit, als ein System ins das andere überging und alles was war in Frage gestellt wurde.
Die Arbeiten von Petra stehen in Verbindung mit einem ästhetischen Konzept, das für die japanische Kunst prägend war und ist. Dieses Konzept nimmt seinen Ursprung in der Einsamkeit, dem Gefühl des „verloren seins“. Dieser scheinbar negative Zustand wandelte sich mit der Zeit zu einer Freude an der Herbheit dieses Einsamen und Stillen.
Und dieses ... „mit der Zeit“ verbirgt eine gewisse Patina, eine gewisse Reife, die nötig ist, eben diese verborgene Schönheit zu erkennen und bildlich darzustellen. Diese ästhetische Herangehensweise lädt – ebenso wie Petras Werk - dazu ein, kleine Dinge neu zu entdecken und die Harmonie des Unscheinbaren in der Natur zu empfinden. Es ist gegenwartsorientiert und zugleich zeitlos, Uneindeutigkeiten werden akzeptiert und bestehenden Widersprüchlichkeiten in Leben und Natur ohne Affektiertheit in den Bildern offen gelegt. Nicht-Perfektion nimmt eine neue Bedeutung an und wird zur Grundlage ihres Schönheitsideals, mit ihren individuellen Lösungen zwischen Perspektive – oder eben Nicht-Perspektive und organischen Formen.
Der Blick wird auf eine Landschaft eröffnet. Grün, Ocker und Blau Treffen an einem scheinbar in der Unendlichkeit liegenden Horizont zusammen. Doch dieses kontemplative im Bild wird gestört. Perspektivische Unregelmäßigkeiten, scharfe Ecken der architektonischen Elemente, gezüchtete Natur mit spitzen Stacheln, zum Schutz oder zum Angriff ausgestattet, wehren ein einfaches Eintreten in Watzlawiks Malerei ab. Der Rezipient muss Hindernisse überwinden, um die verheißende Ruhe zu erreichen, oder doch nur in das Auge des Wirbelsturmes zu gelangen? Ein beklemmendes Gefühl schleicht sich ein. Die Agitatoren scheinen in Ihrer Bewegung erstarrt. Auch der Holzfäller, aus einer Seitenszene in „Pool VI“ hat hier nicht seinen angestammten Platz, scheinbar in Bewegung ist er vielmehr Zitat von Ferdinand Hodlers „Der Holzfäller“ und wird so zur eingefrorenen Szene. Eingeführt wird der Betrachter durch eine Terrassenkonstruktion, verbunden mit einem sich einstellenden klaustrophobischen Gefühl. Ist die Terrasse Rückzugsort, oder die eigentliche Gefahrenquelle. Es herrscht Enge, scharfe Kanten bedrängen den Betrachter, wie Boten scheinen sie auf etwas zu verweisen.
Petra Watzlawik gibt keine konkreten Antworten, keine Interpretation. Es geht in ihrem Werk v um Präsenz und stiller Autorität ohne Züge von Überheblichkeit. Das Werk tangiert in meinem Empfinden häufig den scheinbaren Wiederspruch von Vergänglichkeit und Zeitlosigkeit, die Einsamkeit des Seins, eine Suche nach Friede und Perfektion, die nicht ungefährlich sein wird, bestimmt den Charakter der Bilder.
Dem Betrachter wird Zeit gelassen, in ihr Zeichensystem hineinzutauchen. Keine Effektheischerei, keine expressive Eindeutigkeit, sondern Worte, Zeichen in Malerei, die Reduktion, um zu der allgemeingültigen Formel zu gelangen. Das Ergebnis kann nie eindeutig sein, eben hier ist es Malerei, ist es Kunst und keine Wissenschaft.
Franziska Eißner
Ausgewählte Arbeiten

Petra Watzlawik, Pool I, Öl auf LW, 2007

Petra Watzlawik, Die Hecke I, Öl auf LW, 2008

Petra Watzlawik, Die Hecke II, Öl auf LW, 2008

Christina Nielsen-Marsh, Church of the Good Shepherd, Lake Tekapo (New Zealand), 2008, Oil on canvas

Christina Nielsen-Marsh, Oaxaca colours (Oaxaca, Mexico), 2008, Oil on canvas

Christina Nielsen-Marsh, Oxygen; Dent Blanche & the Matterhorn (Swiss Alps), 2008, Oil on canvas
Bilder der Ausstellungseröffnung

