- AKTUELL
- -
- VEREIN
- -
- GALERIE
- -
- PROJEKTE
- -
- KÜNSTLER
- -
- FÖRDERVEREIN
- -
- MITGLIEDERINFO
- -
- KONTAKT


FIGUREN AUS METALL
Ulrich Barnickel
Rainer Henze
Peter Luban
Klaus Urban
Cornelia Weihe
8.01. - 6.02.10
2010
- Neuaufnahmen 4
- Die Siebenundsiebzigste
- Waltraud Leschke - Marianne Riedel
- Ereignis Druckgraphik 2
- KORRELATIONEN IX
- FIGUREN AUS METALL
2009
- WEIN 8
- SCHRITT ZU DRITT
- K_K_K
- Frank Ruddigkeit, Spuren 2
- Konkrete Kunst
- Tischleindeckdich_Idyllen
- Johannes Burkhardt
- Ereignis Druckgraphik
- Korrelationen VIII
- Lebensformen - Haltestelle
2008
- Weihnachtsausstellung
- Gaze
- Körper
- Im Duett
- Neuaufnahmen 3
- Watzlawik + Nielsen-Marsh
- Korrelationen VII
- Arbeiten
- Gedrucktes zur Leipziger Buchmesse
- Theo Hurter + Jürgen Raiber
- Transparenz
2007
- Weihnachtsausstellung
- Die Fünfzigste: AugenHaut
- PHI 1,6180339887...
- Zeitgleich-Zeitzeichen
- Günter Horlbeck - Blühendes Auge
- Korrelationen VI
- Akos Novaky
- Strege + Strege
- Korrelationen V
- Hochdruck
- Nicht von diesem Ort
- Stipendiatinnen
2006
- La Metta
- Lichtbilder
- non essentials
- Leiber.Verdrahtet
- Korrelationen IV
- Neuaufnahmen 2
- Von Mainz nach Leipzig
- Matthias Klemm
- Tafelfreuden
- Spuren Suchen
- Huniat_Möbius
- Korrelationen III
Das Projektarchiv wird noch überarbeitet und steht Ihnen demnächst wieder vollständig zur Verfügung!
FIGUREN AUS METALL
Gefördert durch:

[...] Inzwischen sind Cornelia Weihe, Ulrich Barnickel, Rainer Henze, Peter Luban und Klaus Urban eigene künstlerische Wege gegangen.
Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl neuerer Arbeiten.
Es ist eine konzentrierte Präsentation vielfältiger Gestaltungsmöglichkeiten von Skulpturen aus nicht gegossenem Metall.
Die Künstler verstehen das Material Metall als etwas Robustes, Ungeschöntes und Industrielles. Sie setzen es ein, um gegen die Beliebigkeit geschönten Scheins aufzubegehren.
Aber Material besitzt auch eine irritierende Mehrdeutigkeit. So bestechen Edelmetalle durch ihren Materialwert und durch ihre meist aufwendig gestalteten Oberflächen. Dies wird verbunden mit Schönheit und Eleganz.
Die damit ausgelöste physische und psychische Irritation des Betrachters provoziert damit gleichsam einen künstlerischen und geistigen Widerstand.
Zum anderen eröffnen die individuellen Sichtweisen der Künstlerin und der Künstler eine Vielgestaltigkeit der anthropomorphen Figur. Sie geben aber auch Einblicke in ihr malerisches und grafisches Schaffen, und man kann schnell feststellen, dass auch von da aus interessante künstlerische Strategien verfolgt werden.
Die Bildhauerin Cornelia Weihe entwickelt ihre Figuren und Objekte aus gegensätzlichen Formauffassungen. Zum einen nutzt sie die Schwere und Kompaktheit des Metalls und zum anderen die reduzierte Materialität linearer Raumstrukturen.
Montierte Stahlstäbe ermöglichen einen Figurentyp, dessen zeichenhafte und offene Formen eine Verschmelzung mit dem Raum anstreben. Die vielfältigen Bündelungen, die Bewegungs- und Richtungsstränge lassen die Köpfe und Körper raumdurchlässig und energiegeladen erscheinen. Die kompakten Stahlfiguren dagegen wirken mit ihrem vollen Volumen wie Raumstelen. Besonders interessant sind ihre künstlerischen Umsetzungen der Standmotive, die flächenhaft-schwer oder nur punktartig-fragil erscheinen und somit raffinierte Wirkungen von Labilität oder Stabilität hervorrufen.
Bizarre Formen und mitunter groteske Haltungen kennzeichnen die Figuren von Ulrich Barnickel. Sie verkörpern mit ihren dynamischen Formverläufen und ausladenden Bewegungen eine sinnliche Vitalität. Der ausgeprägte Kontrast von Spannung und Fragilität in dem Figurenaufbau vermittelt sich besonders stark über die Sprödigkeit des Materials und die Spuren des Arbeitsprozesses.
Mit seiner kraftvollen Formensprache verbindet Ulrich Barnickel Ursprüngliches und Geformtes, Statuarisches und Fragmentarisches.
Die mitunter ungewöhnliche Übersteigerungen des Figürlichen provozieren ambivalente Formassoziationen und zeugen von einem ausgeprägten Formwillen und der bildnerischen Kreativität des Künstlers.
Die zeichenhaft verknappten Figuren von Rainer Henze wirken zunächst ungewöhnlich, denn nicht sie selbst fallen uns zuerst ins Auge, sondern die mit ihnen verbundenen Geräte, Sockel oder Kästen. In immer neuen Abwandlungen entwickelt der Künstler körperlich-räumliche Beziehungsmuster zwischen den Körpern, aber auch zu Raum und Gerät.
Die aus Bronzeblechen gearbeiteten Figuren wirken durch ihren archaisch strengen Aufbau und ihre schimmernden Oberflächen suggestiv und distanzierend zugleich.
Sowohl im Miteinander als auch in der Konfrontation von Mensch und Dingwelt sieht Rainer Henze eine Metapher für existentielle menschliche Befindlichkeit.
Peter Luban´s Arbeiten offenbaren einen ganz anderen künstlerischen Ansatz. Er sucht nach der harmonischen Übereinstimmung von Form und Werkstoff. Besondere Sorgfalt widmet er den Oberflächen. Sie offenbaren entweder eine edle Eleganz oder aber eine intensive Farbigkeit bei den emaillierten Figuren. Originell zusammengesetzte Materialcollagen und unterschiedliche Techniken unterstreichen das Phantastische seiner Gewandfiguren.
Sein Spiel mit der farbigen Entgegensetzung von Binnen- und Außenformen kann die Wahrnehmung des Betrachters zunächst verwirren, doch lässt man sich darauf ein, wird die Entdeckerfreude gefördert.
In den Arbeiten von Klaus Urban dominiert das Figürliche in symbolhafter Verknappung – die zwischenmenschlichen Beziehungen sind sein Thema.
Bezugnehmend auf literaische und mythologische Inhalte widmet er sich vor allem psychologischen Grenzbereichen der Menschen, wie Bedrohung oder Aggression.
Seine Figuren besitzen keine individuellen Züge, sie werden eingebunden in ambivalente szenische Zusammenhänge. Die kleinen Metallfiguren wirken einerseits zurückgenommen durch minimiertes Volumen, aber andererseits dynamisch durch die unmittelbare Materialpräsenz des geschmiedeten und geschweißten Eisens.
Die hier von den Metallgestaltern ausgestellten Arbeiten offenbaren sehr persönliche künstlerische Sichtweisen zur anthropomorphen Skulptur.
Überraschend aber ist, dass das Individuelle in den Figuren selbst kaum Ausdruck findet. Die Figuren sind eher Prototypen einer schwer durchschaubaren komplexen Welt, die von den Künstlern im Zusammenhang von Natur und Gesellschaft gesehen werden, deren realer und geistiger Raum das eigentliche Thema der Kunst von heute ist.
Lassen Sie mich zum Schluß Julio Gonzales, dem Wegbereiter für Metallskulptur zitieren: „ Die Eisenzeit hat vor Jahrhunderten damit begonnen, Waffen hervorzubringen... Heute ermöglicht sie darüber hinaus den Bau von Brücken, Industriegebäuden, Eisenbahngleisen usw... Es wird höchste Zeit, dass dieses Material aufhört, mörderisch zu sein oder lediglich ein Rohstoff für die mechanisierte Wissenschaft. Die Tür steht heute weit offen, damit dieses Material, das in den Bereich der Kunst eindringt, von friedlichen Künstlerhänden gehämmert und geschmiedet werde.“
Ich wünsche Ihnen viel Spaß
in der Ausstellung.