Archiv Mitteilungshefte

2009

2008

2007

Das Archiv wird noch überarbeitet und steht Ihnen demnächst wieder vollständig zur Verfügung!

Nachruf

Am 18. September 2007 starb im Alter von 75 Jahren der Leipziger Bildhauer und Maler Herbert Viecenz. Das Œuvre, das er hinterlässt, ist beachtlich. Herbert Viecenz versuchte für seine Auseinandersetzung mit dem philosophischen Begriff „Natur“, eine visuell adäquate Form zu finden. Seine Plastiken sind keine Abstraktionen. Seine leicht stilisierten Figuren und Objekte aus Stein, Ton, Gips und Bronze, deren Ausdrucksträger die Form als solche ist, können Distanz und Nähe des Betrachters vertragen. Auch seine keramischen Arbeiten verführen und verlangen oft nach Berührung. „Kunst hat eine heilende Wirkung“, meinte Viecenz zu einer Ausstellungseröffnung 2004, bei der er eigene Plastiken und Zeichnungen mit Werken seiner Schüler konfrontierte. Seine eigene Annäherung an die Kunst erfolgt bereits in jungen Jahren. Der am 28. April 1932 in Radeberg geborene Künstler studierte an der Hochschule der Bildenden Künste Dresden bei Gerd Jaeger und Walter Arnold und war seit 1964 selbst Dozent für künstlerische Anatomie an der Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig. Auslandsaufenthalte in Jugoslawien, Kuba, Vietnam waren bedeutende und inspirierende Erlebnisse. Seit 1966 hatte er an den jährlichen Leipziger Bezirkskunstausstellungen teilgenommen. Nach der Wende war er an vielen Ausstellungen des BBK Leipzig und anderen Ausstellungsprojekten beteiligt gewesen.

Man kann zahlreiche Darstellungen von Kindern oder Figuren für Kinder in seinem Werk entdecken. Die Söhne Sebastian und Thomas und viele Pflegekinder und Freunde, später die Enkel haben das Haus der Familie Viecenz mit Leben ausgefüllt; die Ruhe zum Arbeiten hat Herbert Viecenz in seinem Gartenatelier gefunden. Seine beiden Kinder aus erster Ehe, Jan und Anne, sind in seine Fußstapfen getreten und wirken jetzt in Halle.

Nicht die Größe als solche, sondern der Maßstab, die Größenverhältnisse sind für Herbert Viecenz entscheidend gewesen: Die Größenverhältnisse einer Figur oder einer Form hängen vom Raumgefühl des Künstlers ab und von der Fähigkeit, die Plastik von der Umgebung zu lösen. Aus Anlass seines Todes wird am 20.10., 11 Uhr, in der art-Kapella Schkeuditz Herbert Viecenz’ mit einer Ausstellung gedacht.

Petra Kießling

zurück