Marianne in die Stadt

Marianne in die Stadt

Ein Symposium zu Kunst im öffentlichen Raum im Rahmen des Stadt-Land-Kunst-Projektes Zweckverband Parthenaue in Kooperation mit dem Bund Bildender Künstler Leipzig e.V. und dem Kunstverein Leipzig
14.08. – 12.09.2010

Das Kunstprojekt im Mariannenpark sucht künstlerische Ideen, die sich mit der urbanen Geschichte, dem Zustand und der öffentlichen Wahrnehmung des Bürgerparks „Mariannenpark“ in Leipzig-Schönefeld auseinandersetzen. Der Park als Ergebnis des selbstbewussten Agierens politisch aktiver Bürger der Stadt Leipzig in einer Gesellschaft, die sich unter der Führung eines Kaisers kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs befand, soll Impulsgeber sein, die heutigen Zustände einer „investorenlastigen“ Stadtgestaltung zu hinterfragen. Kann der Lokalpatriotismus von einst, heute noch von stadtgestalterischer Bedeutung sein, haben wir den Mut und die Möglichkeiten, unsere künstlerischen Ideen in einen widerspruchsreichen Gestaltungsprozess der Stadt einfließen zu lassen? Lassen sich originale Ansätze durch die Zeit ins Heute transportieren oder transformieren?
Die künstlerische Auseinandersetzung mit solchen, sich am Thema „Mariannenpark“ entzündenden Fragestellungen sollen kreative Interventionen in standardisierte Stadtgestaltung zur Diskussion stellen und die Wahrnehmung des Mariannenparks in der Stadt nachhaltig verändern.

Die einzelnen Projekte:

Reinhard Krehl (Leipzig): - „100 Tage“

Angelika Waniek (Leipzig): - lecture performance

Ulla Nentwig (Hannover): - „Leipziger Horizont“

Vera Burmester (Hannover): - Installation „Im Parkhaus brennt noch Licht“

Anna Grunemann (Hannover): - „Marianne im Spiel“

Rahmenprogramm:

- 12. September, 11:00 Uhr
Eröffnung „Marianne in die Stadt“

Treffpunkt: am Haupteingang Lindenallee/Rohrteichstraße


- 19. September, 11:00 Uhr
Führung "Marianne in die Stadt"

Führung - Innenstadt zum Mariannenpark - Osttour - Spaziergang
Referenten n.N.
Start: VORORTOST Projektgalerie des Bund Bildender Künstler Leipzig e.V.
Ziel: Mariannenpark


- 26. September, 11 Uhr
Führung "Marianne in die Stadt"

Bustour mit einem Unkostenbeitrag von 5 €.
Anmeldung erforderlich!
Start: VORORTOST Projektgalerie des Bund Bildender Künstler Leipzig e.V.
Ziel: Mariannenpark


Geschichte des Mariannenparks

Clara Hedwig Baronesse von Eberstein auf und zu Schönefeld (1816-1900) verfügte 1881:

„zur Forthülfe und Versorgung unbemittelter Töchter höherer Civil-Staatsbeamter und Militärs ein Asyl und Freistätte unter dem Namen von Eberstein´sches Mariannenstift zu Schönefeld zu errichten“. Außerdem sollte der herrschaftliche Park, „ingleichen die alte schöne Lindenallee und – worauf mein Wunsch besonders gerichtet ist - das Stück Feld westlich der Allee so lange als möglich unbebaut – zum Rittergute und dem Stifte für alle Zeiten erhalten bleiben“.
Schon damals war die in dem Schriftstück bezeichnete Lindenallee sehr alt. Sie wurde 1621 und 1622 auf Veranlassung von Hans Moritz von Thümmel angelegt und verband das ehemalige Schönefelder Schloss mit Volkmarsdorf und der Stadt Leipzig.
Bereits drei Jahre nach dem Tod der Baronesse beschloss der Gemeindevorstand von Schönefeld, „ das westlich der Lindenallee gelegene Feld als Park oder durch Anpflanzung parkähnlich herzurichten“.
Mit dem Kuratorium der Mariannenstiftung wurde ein Erbpachtvertrag auf 99 Jahre „mithin bis zum 31. Dezember 2010“ geschlossen. Die Vergabe der Planungs- und Durchführungsaufträge für die Gestaltung des Parks war umstritten. Der vom damaligen Leipziger Gartendirektor Carl Hampel vorgelegte Entwurf fand zwar die Zustimmung des Gemeinderates von Schönefeld, nicht jedoch die vom Kuratorium des Mariannenstiftes. Die Entscheidung für das Projekt des wesentlich jüngeren Reformanhängers Leberecht Migge sollte wenige Jahre später noch für einige Verstimmungen sorgen. (Quelle: Stadt Leipzig)

Die Idee des Volksparks

„Die Anlegung des Parkes ist ein notwendiges Erfordernis der Gemeinde. Der Park soll vor allem der arbeitenden Bevölkerung Schönefelds, das an Anlagen und öffentlichen Plätzen arm ist, zur Erholung und der Jugend als Spielfeld zur körperlichen Ausbildung dienen.“

Mit diesen Sätzen begründete die Gemeinde Schönefeld gegenüber der Königlichen Amtshauptmannschaft 1913 den Antrag für die benötigten Mittel. Das Ansinnen nahm bald Gestalt an, und noch heute wird der Park im Sinne seiner Initiatoren intensiv genutzt.

Ein attraktives Umfeld für Ruhe und Entspannung gewähren die vom Frühling bis zum Herbst leuchtend blühende Stauden-Mulde, das einladende Abschlussrondell der Rot-Eichen-Allee oder der duftende Rosengarten. Zum Herumtollen und Spielen gibt es zwei Spielplätze, eine riesige Tummelwiese und den stadtweit bekannten Rodelberg. Für Sportbegeisterte stehen Sportfelder zum Fußballspielen und für die Leichtathletik zur Verfügung. Auch die Liebhaber seltener Pflanzen kommen auf ihre Kosten. Den Park in seiner heutigen Gestalt und mit seinen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten verdanken wir einer bestimmten zeitgeschichtlichen Denkweise. (Quelle: Stadt Leipzig)