Einladungskarte

Laufendes Projekt
Kunst im öffentlichen Raum
Wurzen

ANKNÜPFUNGESPUNKTE
Als die Teppiche fliegen lernten

10.09. – 02.10.10

ANKNÜPFUNGSPUNKTE

Gefördert durch:


Beteiligte Künstler

Heinke Binder
Frank Brinkmann
Philipp Fritzsche
Franziska Möbius
Christiane Werner

Laufendes Projekt
Kunst im öffentlichen Raum

Wurzen
ANKNÜPFUNGESPUNKTE
Als die Teppiche fliegen lernten

Intro

Erinnerung ist eine Erscheinungsform der Müdigkeit, des Innehaltens, der Langsamkeit, des Rückwegs, der Melancholie verlorener Ganzheiten, deshalb ist sie unverzichtbar. Matthias Flügge (2005): Teppiche, in: Nicoletta Nelken (2005): „Ulrich Reimkasten - Zeichnung, Tapisserie, Malerei“, S. 31.

Teppiche haben eine lange Tradition und bergen viele unterschiedliche Betrachtungsweisen und Assoziationen. Im Orient, dem Ursprungsland der Teppiche, finden Sie noch heute eine vielseitige Verwendung. Sie werden dort zum Bekleiden von Wänden, zum Bedecken von Fußböden, ja als alltägliches Möbelstück genutzt und tragen eine religiöse und magische Bedeutung. Ihre Muster gehen über die bloße Dekoration hinaus. Den Motiven wird eine ursprüngliche Symboldeutung zuerkannt.
In Europa hingegen werden Teppiche fast ausschließlich zum Bedecken von Fußböden benutzt. Die Teppichmuster verfolgen hier vorwiegend einen dekorativen Zweck. Dennoch zeigen Teppiche auch hierzulande eine gewisse Traditionsbindung, sie verkörpern Behausung, Wärme und Schönheit.
Ein Teppich will aber nicht nur gesehen, er will berührt werden. Er hat haptische Qualitäten mit einer spezifischen Oberfläche. Die subtile Materialität kann ertastet werden (auch mit den Füßen), um das darunter Liegende erkennen zu können.

Lokales

Die ehemalige Wurzener Teppichfabrik sowie damit verbundene Produktionsstätten mit ihren Glanzzeiten in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts sollen die Anknüpfungspunkte für die künstlerischen Installationen sein. Die Produktion der europaweit sehr erfolgreichen Wurzener Teppiche wurde 1996 eingestellt - doch das Können der einst dort arbeitenden Menschen ist in Wurzen noch vorhanden. Außerdem sind noch hunderte Musterbüchern und 
-zeichnungen aus der gesamten Produktionszeit vorhanden, die ein Anregungspunkt für die Installationen sein könnten. Für Wurzen ist das verwaiste Produktionsgebäude ein Denkmal abgeschnittener Traditionen, an die dieses Kunstprojekt langfristig erinnern möchte.

Kunstwerke

In Wurzen entstanden durch Häuserabriss viele Lücken in der historischen Bausubstanz, die zu Leerplätzen mit freistehenden Giebelwänden führten. Einige diese Seitenwände, aber auch die Baulücken selbst, ausgewählt nach ihrer Prägnanz im Stadtbild, sollen unter dem thematischen Gesichtspunkt des Projektes gestaltet werden.

Im Januar 2010 fand ein Wettbewerb statt, an dem sich 13 Künstler/innen beteiligten. Eine Jury, die aus Vertretern der Stadt Wurzen und freien Künstlern bestand, wählte 5 Entwürfe aus, die in diesem Jahr noch realisiert werden sollen:
„Teppichblüte“ (Philipp Fritzsche)
„Anknüpfungspunkte“ (Christiane Werner)
„Mosaik-Projekt“ (Frank Brinkmann)
„Garten für Rosa“ (Heinke Binder)
„Fliegender Teppich“ (Franziska Möbius)
Alle 13 Entwürfe sowie noch weitere Referenzen und Werke der beteiligten Künstler/innen wurden vom 29. Mai - 24. Juni 2010 in der Städtischen Galerie Wurzen ausgestellt.
Zur Finissage am 23. Juni fand ein Künstlergespräch statt. Die 5 Künstler/innen der ausgewählten Projekte informierten die Öffentlichkeit über ihre Vorhaben und stellten sich Fragen.

Die Realisation der 5 Projekte hat bereits begonnen. 
Finanziert wird das Gesamtprojekt durch die Stadt Wurzen und den Kulturraum 03.

Ausstellung in der Städtischen Galerie Wurzen
29. Mai - 24. Juni 2010

Pressestimmen

Anknüpfungspunkte 2011